Bewerbungsfoto Tipps: So wirkt Ihr Bild kompetent und sympathisch
Kleidung, Ausdruck, Ausschnitt und Formate: worauf Personalverantwortliche achten und wie Sie sich vorbereiten.

Ein Bewerbungsfoto sehen Personalverantwortliche oft, bevor sie eine Zeile Ihres Anschreibens lesen: im Lebenslauf, im Bewerberportal oder auf LinkedIn. Hier erkläre ich aus der Praxis meines Studios in Frankfurt, worauf es bei einem guten Bewerbungsbild ankommt und wie Sie sich am besten vorbereiten.
Kurz beantwortet
- Kleidung: passend zur angestrebten Stelle, im Zweifel eine Stufe schicker als im Arbeitsalltag.
- Ausdruck: offener Blick in die Kamera, ein leichtes, natürliches Lächeln.
- Ausschnitt: Kopf und Schultern oder Oberkörper, ruhiger Hintergrund.
- Formate: Hochformat für den Lebenslauf, Querformat für LinkedIn und Karriereplattformen.
- Aktualität: Das Bild sollte so aussehen wie Sie heute.
Warum das Bewerbungsfoto so viel ausmacht
Das Foto ist oft das Erste, was Personalverantwortliche von Ihnen sehen. Bevor jemand Ihre Erfahrung liest, entsteht ein erster Eindruck: offen oder verschlossen, gepflegt oder nachlässig, passend zur Stelle oder nicht. Ein gutes Bewerbungsfoto ersetzt keine Qualifikation, aber es sorgt dafür, dass man Ihre Unterlagen mit einem guten Gefühl weiterliest.
Ein Bewerbungsfoto ist kein Passbild. Es darf zeigen, wer Sie sind: freundlich, kompetent und ein bisschen persönlich.
Kleidung: was zur Stelle passt
Die einfachste Regel: Ziehen Sie an, was Sie am ersten Arbeitstag tragen würden, nur eine Spur gepflegter. Wer sich verkleidet fühlt, sieht auf dem Foto auch so aus. Gedeckte, einfarbige Stoffe lenken nicht vom Gesicht ab. Feine Streifen und kleine Karos flimmern dagegen auf Monitoren und in PDF-Dateien.
Bringen Sie am besten zwei bis drei Outfits mit, auf dem Bügel, damit sie knitterfrei bleiben. Welche Variante am besten zu Ihnen passt, entscheiden wir gemeinsam im Studio. Ausführliche Tipps zu Farben, Mustern und Passform finden Sie im Ratgeber Outfit fürs Business Fotoshooting.
Klassisch oder Business Casual: je nach Branche
Ein schneller Test hilft: Öffnen Sie die Karriereseite oder die LinkedIn-Profile Ihres Wunscharbeitgebers und schauen Sie, wie sich die Mitarbeitenden dort zeigen. Tragen alle Sakko, nehmen Sie ein Sakko mit. Sieht man eher Pullover und Hemd ohne Krawatte, wirkt ein streng formeller Anzug schnell steif. Bei Banken, Kanzleien und Beratungen liegen Sie mit Blazer oder Sakko fast immer richtig, bei Agenturen, Tech-Firmen und Start-ups eher mit Business Casual.
Ausdruck und Haltung
Wer ein Bewerbungsfoto ansieht, fragt sich vor allem eines: Wirkt diese Person zugänglich? Entscheidend sind die Augen. Ein Lächeln, das die Augen erreicht, wirkt warm. Ein Lächeln nur mit dem Mund wirkt schnell eingefroren. Ein kleiner Trick aus dem Studio: kurz vor dem Auslösen ruhig ausatmen, dann entspannen sich Stirn und Kiefer.
Viele Menschen stehen ungern vor der Kamera. Das ist völlig normal. Im Studio bekommen Sie klare Anleitung zu Haltung, Blick und Ausdruck, und wir schauen uns die Bilder zwischendurch gemeinsam am Monitor an, bis das Bild wirklich nach Ihnen aussieht. Mehr dazu im Posing-Ratgeber.
Ausschnitt, Hintergrund und Farbe
Im Lebenslauf ist das Foto klein, deshalb funktioniert dort ein enger Ausschnitt mit Kopf und Schultern am besten. Ein etwas weiterer Ausschnitt mit Oberkörper passt zu Karriereportalen und Websites. Ein heller oder mittelgrauer Hintergrund wirkt ruhig und seriös, ein dunkler eher markant. Farbe ist die sichere Wahl. Schwarzweiß kann in Design-, Medien- und Kreativberufen ein bewusstes Statement sein.
Formate für Lebenslauf, Portal und LinkedIn
Im Lebenslauf steht das Bild meist im Hochformat neben den persönlichen Daten. LinkedIn, Xing und viele Bewerberportale schneiden es dagegen in einen Kreis oder ein Quadrat. Dort muss der Kopf mittig sitzen und darf nicht zu klein sein. Planen Sie deshalb gleich mehrere Ausschnitte ein, für den Druck in hoher Auflösung und für Portale und E-Mail als kleinere Datei. Worauf es beim Profilbild genau ankommt, lesen Sie im Ratgeber LinkedIn-Profilbild.
Berufseinstieg, Jobwechsel oder Führungsposition
Wer gerade von der Schule, aus der Ausbildung oder von der Uni kommt, braucht kein aufwendiges Shooting. Ein sauberer, freundlicher Headshot reicht. Je weiter die Karriere, desto mehr lohnt sich Auswahl: Für Führungspositionen werden Fotos später auch für Pressemitteilungen, die Unternehmenswebsite oder Vorträge gebraucht. Dann ist es sinnvoll, Hoch- und Querformat sowie eine formellere und eine lockerere Variante in einem Termin zu fotografieren.
Selfie, Fotoautomat oder Fotograf?
Ein Selfie oder ein Bild aus dem Fotoautomaten ist schnell gemacht, wirkt aber meist wie ein Passbild oder wie ein Schnappschuss. Typische Schwächen sind hartes Licht, ein unruhiger Hintergrund und ein angespannter Ausdruck. Im Studio sind Licht und Hintergrund auf Sie abgestimmt, Sie bekommen Anleitung, und die Retusche bleibt natürlich. Für eine Bewerbung, bei der es auf den ersten Eindruck ankommt, lohnt sich dieser Unterschied.
Checkliste für Ihren Termin
- Zwei bis drei Outfits, passend zur Stelle, auf dem Bügel
- Unifarbene Stoffe in gedeckten Tönen, keine feinen Muster
- Brille, wenn Sie im Alltag eine tragen
- Etwas Zeitpuffer, damit Sie ohne Druck ankommen
- Vorher überlegen: Lebenslauf, Portal, LinkedIn oder alles?
- Beim Paket Berufsstart: Schüler-, Studierenden- oder Berufsschulausweis oder Ausbildungsvertrag
Häufige Fragen
Ist ein Bewerbungsfoto in Deutschland Pflicht?
Nein. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz von 2006 dürfen Arbeitgeber kein Foto verlangen. Viele Bewerberinnen und Bewerber legen trotzdem eines bei, weil es die Unterlagen persönlicher macht und im Gedächtnis bleibt.
Wie alt darf ein Bewerbungsfoto sein?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Entscheidend ist, dass das Bild Sie so zeigt, wie Sie heute aussehen. Nach einer neuen Frisur, einem Bart oder einer neuen Brille lohnt sich ein neues Foto.
Wo gehört das Foto in die Bewerbung?
Meist oben im Lebenslauf neben den persönlichen Daten oder auf einem Deckblatt. Bei Online-Bewerbungen betten Sie es direkt in die PDF-Datei ein, statt es als eigene Datei anzuhängen, außer das Portal verlangt ausdrücklich ein separates Bild.
Welche Größe sollte ein Bewerbungsfoto haben?
Ein festes Maß gibt es nicht. Im Lebenslauf wirkt das Bild meist in einer Breite von etwa vier bis sechs Zentimetern gut. Wichtiger als die Größe ist eine ausreichend hohe Auflösung, damit es auch im Druck scharf bleibt.
Kann ich mein Bewerbungsfoto auch für LinkedIn nutzen?
Ja, wenn der Ausschnitt passt. LinkedIn zeigt das Bild als Kreis, der Kopf sollte deshalb mittig sitzen und nicht zu klein sein. Am einfachsten ist es, beide Ausschnitte direkt im selben Termin zu fotografieren.
Ihr Termin im Studio in Frankfurt
Sie möchten Ihr Bewerbungsfoto professionell machen lassen? Mein Studio ist in Frankfurt-Bockenheim, Varrentrappstraße 53. Pakete, Lieferzeiten, Beispielbilder und die Anfahrt stehen auf der Seite Bewerbungsfotos in Frankfurt. Einen Termin buchen Sie direkt online, je nach Auslastung oft schon für den selben oder den nächsten Tag.


